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Dr. Christiane Gresele

Psychologin im Psychiatrischen Krankenhaus Rickling

Ich arbeite als Psychologin auf den Krankenhausstationen 15 und 3A, also auf der Depressionsstation und auf der Aufnahmestation.

Ich kam im Jahr 2014 ins Psychiatrische Krankenhaus Rickling, um hier im Rahmen meiner Ausbildung zur Psychotherapeutin die geforderten anderthalb Jahre Klinikerfahrungen zu sammeln. Die Ausbildung habe ich mit 47 Jahren gewagt, nachdem ich schon lange als angestellte Psychologin im Öffentlichen Dienst gearbeitet hatte. Ich wollte noch einmal etwas anderes machen und näher am Menschen arbeiten. Meine Arbeit dort war projektorientiert. 

Nach der praktischen Tätigkeit konnte ich hier in Rickling bleiben. Jetzt behandle ich schwerpunktmäßig Menschen mit Depressionen, Angststörungen und Traumafolgestörungen, zumeist in Einzeltherapien, für die die Patienten in mein Büro kommen.

fahre ich jetzt nicht mehr Autobahn! Ich fahre durch die wunderschöne Landschaft und, wenn ich in Rickling ankomme, gelange ich auf das parkähnliche Gelände des Psychiatrischen Zentrums. Hier ist es schön, hier fühle ich mich wohl.

Teil einer guten Gemeinschaft. Ich fühlte mich hier sofort zugehörig und wurde ohne Vorbehalte angenommen, und das quasi schon im Bewerbungsgespräch. Die Kollegen sind wertschätzend und erklären sehr geduldig. Selbst der leitende Arzt der Aufnahmestation, der damals schon so lange dabei war, mittlerweile ist er im Ruhestand, hat mir alle Sachverhalte immer mit einer Engelsgeduld erklärt. 

ich endlich dort angekommen bin, wo ich eigentlich schon immer hin wollte, nämlich direkt am Menschen. Früher habe ich immer Ärzte beneidet, weil sie unmittelbar mit den Menschen arbeiten können. Bei meiner Arbeit im Amt hat mir solche Nähe gefehlt. Heute bin ich über einen anderen und auch etwas verschlungenen Weg genau dort gelandet, wo ich immer hin wollte.

Das habe ich auch dabei gelernt: Wenn etwas im Leben nicht so klappt, wie man es sich vorgestellt hatte, bieten sich oft ganz andere und ganz anders tolle Möglichkeiten.

jedenfalls nicht die erforderliche professionelle Abgrenzung gegenüber dem Leid der Patienten. Das gelingt mir erstaunlich gut. Denn ich erlebe, dass die Menschen trotz all der erschütternden Erlebnisse, die sie mitbringen, bei Traumatisierung, Verlust, Gewalterfahrungen, immer noch erstaunlich gut funktionieren. Viele Menschen haben Ressourcen in sich, die uns Behandler immer wieder erstaunen. In Supervisionsrunden sprechen wir immer wieder über Abgrenzung, das hilft sehr, denn wir dürfen das Leid, das die Menschen uns anvertrauen, nicht allzu lange mit nach Hause nehmen. Nur wenn es um Kinder geht, komme ich an meine Grenzen. Aber auch damit habe ich gelernt umzugehen.

die Menschen, die wirklich schwer krank zu uns kommen und häufig sehr komplexe Störungsbilder mitbringen, adäquat zu behandeln. Man kann hier oft nicht nach Lehrbuch behandeln, denn die Erkrankungen sind oft sehr komplex. Da muss man manchmal Umwege gehen.

es beglückend ist zu erleben, dass Menschen auch bei schweren psychischen Problemen medizinisch und therapeutisch geholfen werden kann. Wenn man ehemalige Patienten später mal auf der Straße sieht, erscheinen sie oft wie andere Menschen, sie strahlen wieder, ihre Haltung ist wieder aufrecht. Sie schauen tatkräftig ins Leben. 

dass es den meisten Kollegen um die Sache geht, also um das Wohl des Patienten. Hierarchien sind hier wenig spürbar. So werden etwa in der Morgenrunde alle gleichermaßen angehört, die Kollegen aus der Pflege, die Therapeuten, die Ärzte, die Psychologen. Jeder wird in seinem Urteil ernst genommen. Therapeutisch kann ich mit ganz viel Freiraum arbeiten.

mit meiner Familie, die mich auf Trab hält! Ich genieße gerne den Garten zum Relaxen und lese am liebsten Psychothriller und sogar Fachbücher. Bewegung ist gesund, deshalb mache ich Yoga und gehe walken, das ist nicht so anstrengend wie laufen. Allerdings muss ich dafür früher aufstehen, denn wenn ich es nicht vor der Arbeit mache, schaffe ich es im Alltag nicht regelmäßig. Man wundert sich, wer alles so früh schon auf den Beinen ist. Es ist herrlich, in der Morgendämmerung unterwegs zu sein.