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Irina Sapovalov

Wohnbereichsleitung im Propst-Riewerts-Haus

Ich arbeite als Pflegefachkraft im Propst-Riewerts-Haus in Neumünster. Ich bin als Wohnbereichsleitung für 55 Bewohner verantwortlich und zusätzlich stellvertretende Pflegedienstleitung für das gesamte Haus.

Im August 2019 habe ich mein zweijähriges Fernstudium Sozialmanagement beendet. Nun bin ich zertifizierte Pflegedienstleitung und darf auch ein Heim leiten. Ein bis drei Tage die Woche widme ich mich administrativen Aufgaben.

den Überblick zu behalten und zu erkennen, wo Hilfe benötigt wird, die ich dann für die Kolleginnen und Kollegen organisiere. Pflege ist bei aller Weiterbildung, die ich gemacht habe, aber immer noch meine Hauptaufgabe. Ich sehe mich in erster Linie als Pflegefachkraft, erst in zweiter Linie widme ich mich administrativen Aufgaben wie der Planung von Diensten, der allgemeinen Arbeits- oder Vertretungsorganisation.

Für mich persönlich ist es wichtig, dass ich mich beständig weiterbilden kann.

 

zu erleben, wie viel man von den Bewohnern zurückbekommt, wenn man ihnen ein bisschen mehr Zeit schenkt und sie in ihrer ganzen Persönlichkeit wahrnimmt. Wenn man es sich vielleicht auch selbst erlaubt, etwas weicher zu werden. Es rührt mich, wenn ich von ihnen persönliche Ratschläge erhalte, wenn sie mir ihre kleinen Lebensweisheiten mitgeben, die sie im Rückblick auf ihr langes und ereignisreiches Leben formulieren.

Im Laufe der Jahre in der Altenpflege habe ich mit Erstaunen entdeckt, dass der Lebensherbst und der Lebenswinter schöne Jahreszeiten sein können. Das war mir zuvor nicht bewusst.

dass er tolerant gegenüber seinen Mitarbeitern ist und einen in vielen Lebenssituationen unterstützt. Ich denke da etwa an die Fachstelle Kompass, die sich für Mitarbeiter einsetzt, wenn es um Belastungen am Arbeitsplatz geht. Man kann dort seine persönliche Arbeitshygiene im Rahmen von Coachings beleuchten.

der gegenseitige Respekt und die Wertschätzung – sei es für die Kollegen, sei es für die Bewohner. Das ist ganz wichtig! Und immer muss die Sinnhaftigkeit der eigenen Tätigkeit spürbar sein.

als eine Bewohnerin aus dem Krankenhaus zur finalen Pflege zu uns zurückkam und sich dann trotz aller schlechten Prognosen so gut erholt hat, dass sie vom Rollstuhl auf den Rollator als Hilfsmittel wechseln konnte und dann sogar noch wieder in die Stadt zum Einkaufen gehen konnte.

wenn ich über die Landstraßen fahre, Tschaikowski höre und die wunderschöne Landschaft um mich herum genieße. Ich liebe es, in der Holsteinischen Schweiz unterwegs zu sein. Oder ich setze mich in einem kleinen Ort in ein Café und beobachte Menschen. Ich möchte dann einfach nur schauen und bitte nicht kommunizieren. Witzigerweise setzen sich immer wieder alte Leute zu mir an den Tisch, als hätte ich eine unausgesprochene Einladung dazu auf meiner Stirn stehen. (lacht)

Oder ich male, wozu ich leider in den letzten Monaten nicht viel Muße habe. Ich bringe mir gern neue Techniken bei, so habe ich etwa versucht, Urlaubsmotive aus Venedig in Spachteltechnik umzusetzen, was mir auch ganz gut gelungen ist. Gern möchte ich noch mehr ausprobieren. Eine Idee ist es, einen Porzellanmalkurs in Meißen zu belegen. In der Porzellanmanufaktur habe ich im vergangenen Urlaub eine Besichtigung gemacht, die mich sehr berührt hat, denn ich habe in Kasachstan Porzellanmalerei studiert. Ich würde das einfach gern mal wieder machen.

Energie tanke ich, wenn ich in der Hamburger Kunsthalle bei den alten Meistern bin. Ich schaue dann die Portraits an und habe oft das Gefühl, die dargestellten Menschen blicken geradezu in mich hinein. Dabei komme ich dann vollständig zur inneren Ruhe.