Matomo - Web Analytics

Patricja Forys

Altenpflegefachkraft in der Seniorenwohnanlage auf dem Erlenhof

Ich bin Altenpflegefachkraft und arbeite vorzugsweise im Frühdienst, weil ich eine vierjährige Tochter habe, für die ich nachmittags Zeit haben möchte.

Ich arbeite in der Seniorenwohnanlage auf dem Erlenhof, das ist eine Einrichtung, in der alte Menschen mit und ohne Behinderungen zusammenleben.  Wir haben einen Altbau, in dem wohnen eher körperlich und geistig behinderte Menschen, die oft schon lange auf dem Erlenhof leben und früher auch in den Werkstätten gearbeitet haben, und einen Neubau, in dem eher Menschen leben, die erst im Alter zu uns gekommen sind, weil sie zuhause nicht mehr zurechtgekommen sind. Zu Beginn meiner Beschäftigung hatte ich Berührungsängste mit den körperlich und geistig behinderten Bewohnern. Das habe ich auch bei meiner Einstellung gesagt. Deshalb arbeite ich im Neubau. Meine Ängste, nicht zu wissen, wie ich mit den Behinderten umgehen soll, sind aber in den ersten Tagen der Arbeit vollständig verflogen – jetzt schätze ich die Arbeit mit ihnen sehr und genieße ihre direkte Art, Gefühle zu zeigen.

weil Team und Leitung wertschätzend sind und wir toll zusammenarbeiten. Einrichtungsleitung und Pflegedienstleitung stehen voll hinter einem und kümmern sich auch selbstständig um Probleme, die man angesprochen hat, oder wenn es etwas zu regeln gibt. Menschlich fühle ich mich hier sehr gut aufgehoben. Weil ich schon in einigen anderen Einrichtungen gearbeitet habe – in stationären Altenpflegeeinrichtungen wie im ambulanten Pflegedienst, auch im Rahmen von Zeitarbeit ­– , habe ich einen guten Vergleich. Hier ist es schon menschlich etwas Besonderes. Ich habe mal im Scherz zu Frau Zimmermann gesagt, hier bekommt mich keiner mehr weg, hier muss mir schon gekündigt werden.

Ich bin sehr dankbar über die kulante Regelung, wenn mein Mann und ich Schwierigkeiten mit der Kinderbetreuung haben. Ich kann dann auch nach Absprache mal eine Stunde später beginnen.

neben dem tollen Teamgefühl auch, dass wir so gut ausgestattet sind. In jedem Bewohnerzimmer befindet sich ein Deckenlifter, auf jedem Wohnbereich zwei Sara, das sind Aufstehhilfen. So ist es für die Pflegekräfte körperlich nicht so anstrengend, die Bewohner zu mobilisieren, also aus dem Bett in Rollstühle zu heben. Und für immobile Bewohner ist das auch toll, denn sie werden bei uns jeden Tag mobilisiert, und können so leichter am Gemeinschaftsleben teilnehmen.

Wir bekommen alle Hilfsmittel, die wir brauchen, sofort und in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt. Das ist wahrhaftig nicht selbstverständlich. Das kenne ich von anderen Arbeitsstellen anders, da musste oft auch improvisiert werden. Ich denke, die gute Ausstattung liegt darin begründet, dass der Landesverein ein so großer und finanziell gut dastehender Arbeitgeber ist, der nicht ausschließlich nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten arbeitet, sondern gemeinnützig ist.

Im Landesverein wird absolut bewohnerorientiert gearbeitet. Es wird geguckt, was braucht der Mensch? Und das gibt es dann.

weil ich helfen und unterstützen kann und erlebe, wie auch eingeschränkte Bewohner ihren Tag und ihren Alltag so gestalten können, dass sie zufrieden sind.

Und wenn die Bewohner eines Tages ihren letzten Weg gehen, dann bin ich zwar traurig, ich weiß aber, dass die meisten von ihnen ein langes Leben gelebt haben, mit allen Höhen und Tiefen. Wenn sie alt und müde sind und dann gehen dürfen, schließt sich ein Lebenskreis.

dass ich mich voll auf alle verlassen kann! Die Pflegekräfte, früher hießen sie Pflegehelfer, sind ja der verlängerte Arm der Pflege, genauer gesagt der Pflegefachkräfte, das sind die Kollegen mit einer dreijährigen Ausbildung. Pflegekräfte und Pflegefachkräfte haben verschiedene Aufgaben, die sich gegenseitig ergänzen. Ich weiß, dass alle bei uns im Haus ihre Arbeit sorgfältig ausüben, für die anderen mit- und vorausdenken, ganz nah an den Bewohnern sind, immer versuchen, ihnen freundlich und liebevoll zu helfen.

Wenn wir Ausfälle im Kollegenkreis wegen Erkrankungen haben, springen wir füreinander ein, schieben Dienste so, dass für jede Erholungszeit zuhause möglich ist, treffen Regelungen, mit denen allen gut gedient sind. Jeder gibt ein bisschen und jeder weiß auch, dass auf ihn Rücksicht genommen wird.

wenn alle wie in einer Versorgungskette zusammenarbeiten, wenn dabei alle Maßnahmen ineinandergreifen, wenn alle verstanden haben, dass keine Maßnahme für sich allein steht, sondern andere nach sich zieht und Vorarbeiten benötigt. Wir arbeiten uns hier gegenseitig perfekt zu. Darauf kann ich mich vorbehaltlos verlassen. Wir sind für die Pflege und Versorgung des Menschen im Ganzen zuständig, ein ganzheitlicher Blick ist da wichtig.

ist zu allererst das Lächeln des Bewohners, ein kleines Danke, einfach eine kleine Geste – das ist, denke ich, für alle Pflegekräfte wichtig und die direkteste Anerkennung.

Für mich ist aber noch etwas sehr wohltuend: wenn ich erlebe, wie sich meine Kolleginnen und Kollegen freuen, wenn wir einander etwa auf dem Flur begegnen. Dann erlebe ich, dass sie gern mit mir zusammenarbeiten.

denke ich gar nicht viel nach. Ich trinke meinen Kaffee und freu mich, dass ich heute mit der Kollegin oder dem Kollegen zusammenarbeiten werde. Dann weiß ich, dass der Tag gut wird, selbst wenn wir mal nicht in voller Besetzung arbeiten, weil sich jemand krankgemeldet hat.

Ach, damit habe ich eigentlich überhaupt keine Probleme. Das liegt bestimmt daran, dass es hier einfach gut läuft. Ich weiß, wenn ich meinen Dienst übergebe, wird mit dem gleichen Verantwortungsgefühl und Pflichtbewusstsein weitergearbeitet. Das lässt mich entspannt ins Frei gehen.